besuch bei den presidential elephants in Simbabwe

Oktober 2013

Bei den Presidential Elephants  handelt es sich um ca. 450 Elefanten, deren Kerngebiet der Hwange Estate ist - ein Schutzareal, das östlich angegliedert am Hwange Nationalpark in Simbabwe liegt.

Für diese speziellen Elefanten hat Präsident Mugabe 1990 seinen speziellen Schutz ausgesprochen. Sie sollten niemals gejagt oder gewildert werden. Sie hießen seither Presidential Elephants und das Schutzprojekt für sie hieß "Presidential Elephants of Zimbabwe Project".

 

Wegen des speziellen Schutzes, den diese Elefanten jahrelang genossen hatten, waren sie viel ruhiger und entspannter in Gesellschaft von Menschen als andere Elefanten.

Sharon Pincott, eine engagierte Australierin, hat auf freiwilliger und selbstfinanzierter Basis ab 1999 die Betreuung und Erforschung der Presidential Elephants  übernommen.

 

Ihre Arbeit für die Elefanten beinhaltete vieles, z.B., für Pumpen an den Wasserlöchern zu sorgen und sich um Tiere zu kümmern, die in Schlingfallen geraten waren.

 

Ich war neugierig auf dieses Projekt und habe Sharon Pincott und ihr Projekt im Oktober 2013 besucht.


Mit diesem Luxusbus fährt man von Victoria Falls auf überraschend guten Straßen nach Hwange, wo einen schon ein vielversprechendes Verkehrsschild begrüßt.

Ich habe in der gleichen einfachen, freundlichen Lodge gewohnt, in dessen Areal auch Sharon ein winziges Häuschen bewohnte, der Miombo Lodge. Ich selber habe in der  Hütte auf dem Bild links unten gewohnt.

Mit Sharon gemeinsam konnte ich dann die Presidential Elephants  besuchen, und es ist uns gelungen, einige der ihr besonders vertrauten Familien aufstöbern.

Sharon hatte in den ungefähr 450 Elefanten 17 Familien erkannt und ihre Verwandtschaftsverhältisse, Geburten und Todesfälle registriert.

Durch die vielen, vielen Stunden, die sie 14 Jahre lang mit den Elefanten im Busch verbracht hatte, hatte sie das Vertrauen der Presidential Elephants  gewonnen. Sie reagierten auf ihre Stimme und einige kamen her zum Auto, um sie zu begrüßen.

 

Manche Mitglieder von besonders vertrauten Familien ließen sich sogar von ihr berühren. Das ist bei wilden Elefanten etwas sehr Besonderes.

Dass die Elefantenmütter sogar ihre Babies mitbrachten und ganz offenbar keine Angst um ihren Nachwuchs hatten, zeugte ebenfalls von ihrem besonderen Verhältnis zu Sharon.

Es sind wirklich sehr entspannte, wunderbare Tiere, die aufgrund von Sharon's Nähe auch auf mich neugierig waren und nahe rankamen.

In der Trockenzeit, die gerade herrschte, traf man die Tiere zumeist an Wasserlöchern. Im Hwange-Gebiet gibt es einige künstliche Wasserlöcher, die von Elefanten gern besucht werden.

In den folgenden Bildern ist die hochschwangere Wilma zu sehen, wie sie im Schlammbad ihren Spaß hat. Dass sie schwanger ist, können Sie an ihren ausgeprägten Brüsten erkennen. Aber auch ganz einfach an ihrem wirklich dicken Bauch, mit dem sie sich hier etwas mühsam aus dem Bade zieht.

Elefanten brauchen ihre täglichen Schlammbäder, und zwar umso mehr in der Trockenzeit, wenn es sehr heiß ist und  sie sich in Wasser und Schlamm schön abkühlen können. Es ist so offensichtlich, dass ihnen das Baden Spaß macht, ganz besonders den Kleinen.

Nach dem Schlammbad steht das Einstauben an. Wenn man den Elefanten dabei zusieht, weiß man, dass sie auch das sehr genießen.  Manchmal, in der Abenddämmerung, wenn der nasse Schlamm an ihnen klebt, erscheinen die Elefanten beinahe dunkelblau.

Das Besondere an meinem Aufenthalt mit Sharon im Hwange Estate war, dass wir uns nicht an eine Uhrzeit halten mussten, an denen z.B. ein Nationalpark abends schließt. Zum ersten Mal hatte ich dadurch Gelegenheit, Elefanten in der Wildnis auch bei Dämmerung und Dunkelheit zu erleben. Ein sehr beindruckendes Erlebnis, das ich nie vergessen werde.

Ende des Jahres 2013 wurde ein Stück Land im Hwange Estate von einer Frau illegal besetzt, die gute Beziehungen zur Regierung hat, und die eine Jagdlodge daraus gemacht hat. Es handelt sich um ein zentrales Gebiet der Presidential Elephants mit zwei wichtigen Wasserlöchern, nämlich genau denen, die ich besucht hatte.

 

Sharon hatte alle ihre Beziehungen zu Regierungsmitgliedern in Simbabwe mobilisiert, aber diese illegale Gebietsübernahme ist bis heute nicht wieder zurückgenommen worden.

 

Die Regierung von Simbabwe ist leider äußerst korrupt und nur auf eigene finanzielle Vorteile bedacht, und so musste Sharon dann resignieren und ist im Frühjahr 2014 schweren Herzens von diesem Projekt zurückgetreten. Elefanten, die mit Einverständnis der Regierung gejagt werden, kann man nicht beschützen. Elefantenfamilien werden auseinandergerissen und in ihren jahrzehntelangen Verhaltensweisen gestört. Es ist besonders schmerzhaft, dass es dieselben Elefanten sind, über die Präsident Mugabe einst seinen persönlichen Schutz gelegt hatte und die auf die Gegenwart des Menschen deshalb besonders gelassen reagiert hatten.

 

Was aus den Presidential Elephants  seither geworden ist, weiß man nicht, aber man kann vermuten, dass zumindest einige von ihnen bereits erschossen worden sind und dass sie ihr Vertrauen zu Menschen verloren haben. Man kann nur hoffen, dass sie künftig instinktiv diese Gegend, wo sie nun gejagt werden, meiden.

Dies ist noch einmal Wilma, hochschwanger und im Kreise ihrer Kinder.

Welche Zukunft bleibt ihnen?


Mehr Information zu den Presidential Elephants und Sharon Pincott in den u.g. Links.

Lesen Sie auch Sharons interessante Bücher, die sie über ihr Projekt und ihre Erfahrungen in Simbabwe geschrieben hat.

 

Link zu Sharon's Website: www.sharonpincott.com

Link zur Facebook-Seite des Projekts der Presidential Elephants: HIER

Link zu Sharon's Facebook-Seite: HIER