Hilfe für die Grauen Riesen

 

Die wenigsten Leute in unserem Land wissen, dass Elefanten zu den am stärksten gefährdeten Tierarten gehören und dass die Wilderei wegen ihres Elfenbeins, statt zu verschwinden, in den letzten Jahren dramatisch zugenommen hat. Elfenbein ist ein derart begehrter Luxusartikel in Asien, besonders in China, Vietnam, Thailand und Japan, dass sein Wert steigt und steigt und der illegale Handel mit dem wertvollen Gut inzwischen ähnlich lukrativ ist wie der Handel mit Drogen. Obwohl der Elfenbeinhandel seit 1989 international verboten ist, war das Jahr 2011 das schlimmste für die Grauen Riesen seither. Es wurden so viele Elefanten abgeschlachtet, dass, wenn es so weitergeht, es schon in zehn (!) Jahren keine Elefanten mehr in Afrika geben wird. Das heißt, diese wundervollen, unersetzlichen Tiere mit ihrer hohen Intelligenz, ihrem starken Familiensinn und ihren besonderen Kommunikationsfähigkeiten werden komplett ausgerottet sein, und keine nachfolgende Generation von uns Menschen wird diese friedlichen Giganten mehr erleben können, wie sie majestätisch durch die Savannen Afrikas ziehen.

 

Ich unterstütze mehrere Organisationen, die versuchen, auf vielfältigen Ebenen etwas gegen die Ausrottung zu unternehmen. Eins meiner Lieblingsprojekte ist der David Sheldrick Wildlife Trust (DSWT) in Kenia. Diese Organisation zieht u.a. Elefantenbabys auf, welche übrigbleiben, wenn ihre Mütter und Tanten getötet worden sind und die ohne Muttermilch und Familie sonst keine Überlebenschance hätten.

 


Finanziert wird die Stiftung hauptsächlich durch Patenschaften, die man für die Mini-Giganten übernehmen kann. Ich habe mehrere Elefanten adoptiert, habe den DSWT in Kenia vielfach besucht und dabei immer wieder festgestellt, dass die Waisen in keine besseren Hände kommen könnten.

 

Nach ihrer Rettung werden die Waisen in der Nursery am Rande des Nairobi National Parks erst einmal wieder aufgepäppelt, bis sie im zarten Alter von etwa 2 Jahren soweit sind, in eine der Auswilderungsstationen im Tsavo East Nationalpark gebracht zu werden. Dort haben sie Kontakt zu den bereits ausgewilderten Waisen und zu wilden Elefanten, so dass sie auf diese Art Schritt für Schritt alles lernen, was sie brauchen, um am Schluss wieder dort zu landen, wo sie hingehören: In einem unabhängigen Leben in der Wildnis.

 

Wenn man als Patin die Elefanten in der Nursery oder in einer der Auswilderungsstationen besucht, ist es, besonders in dem Wissen, wie elend, traumatisiert und abgemagert sie beim DSWT angekommen sind, eine Riesenfreude, sie wieder so lebenslustig, gesund und voller Energie zu sehen.

- Birgit Hampl –

 

Veröffentlicht im Mitarbeitermagazin ONE von KraussMaffei Technologies GmbH, Ausgabe 02/2012